Bericht Neuhaldengespräch mit Doro Kliche-Behnke & Sonntagstreff auf der Neuhalde

Am Sonntag, 2.11.2025 14:30 bis 16 Uhr war schon der Sonntagstreff gut besucht und dem Kuchen wurde gut zugesprochen.
Ab 16 Uhr ging es dann weiter mit dem

Neuhaldengespräch mit Dr. Doro Kliche-Behnke
Erneut war die Hütte voll. Draußen regnete es, drinnen bullerte der Ofen. Und Doro traf ausgeruht, aus einem Familienwochenende kommend, bei uns ein. Sie wich keiner Frage aus und erzählte auch manches aus dem Nähkästchen. Etwa, dass schon ihre Mutter eine gewisse Nähe zu den NaturFreunden hatte – deren erstes Date fand in einem Naturfreundehaus statt. Dass Doro den Weg zur SPD und zu den NaturFreunden gefunden hat, ist dennoch erstaunlich. Immerhin stammt sie aus einem bekannten Unternehmerhaushalt. Dort wurde aber viel diskutiert und hinterfragt und jedes Familienmitglied durfte seine eigene Meinung haben. Der Vater war sogar Gewerkschaftssekretär!
Ihr Streben nach Gerechtigkeit und Chancengleichheit führte Doro über die Jusos zur SPD und damit – für sie selbstverständlich – auch zu den NaturFreunden. Auf die Frage, wie sie es schafft, ihre vielseitigen Engagements und Verpflichtungen (z.B. Landtagsabgeordnete, stv. SPD – Vorsitzende in Baden-Württemberg, Vorsitzende der Familienbildungsstätte Tübingen, Kirchengemeinderätin und neuerdings Vorsitzende des Kuratoriums der Kunststiftung Baden-Württemberg) unter einen Hut zu bringen, wies sie darauf hin, dass nicht alle Funktionen ständigen Einsatz erfordern und ihr im übrigen als Abgeordnete ein eigenes Büro zur Verfügung stehe, das ihr viel Arbeit abnehme. Natürlich komme die Familie öfters zu kurz; sie bemühe sich jedoch, ein intensives Familienleben aufrechtzuerhalten, wie sie es schon zuhause gelernt habe. Ihr Mann und ihre 3 Kinder unterstützen sie dabei sehr.
Da die Landtagswahlen vor der Türe stehen, gab es natürlich auch Fragen zur Politik der SPD in der Vergangenheit und in der Zukunft. Doro war anzumerken, dass sie für die Themen der Bildung und Wirtschaft „brennt“. In der Opposition habe die SPD nur wenig Einflussmöglichkeiten gehabt, die sie jedoch genutzt habe. Ein Feuer für Erneuerungen lasse sich dabei jedoch schwer entfachen, deshalb sei das klare Ziel, künftig mitregieren zu können. Aber auch in der Regierung müsse man zu Kompromissen bereit sein, was häufig dazu führe, dass die SPD dafür abgestraft werde. Dem sei schwer ohne die Mithilfe der Medien entgegenzutreten. Der Meinung aus dem Teilnehmerkreis, das Image der SPD lasse sich sicher verbessern, wenn die öffentlichen Streitereien aufhörten, stimmte sie uneingeschränkt zu. Auch sie sei manchmal fassungslos, wie Parteimitglieder mit dem Ansehen der eigenen Partei umgehen. Auch die Meinung, die Partei müsse sich für eigene Fehler der Vergangenheit öffentlich entschuldigen (z.B. den Verkauf von Landeswohnungen), hielt sie für richtig, wies jedoch darauf hin, dass dies in öffentlichen Sitzungen des Parlamentes auch geschehen sei, aber darüber leider wenig berichtet werde.
Ihre Haltung zur AfD brachte sie eindeutig zum Ausdruck. Ihre Abneigung reicht so weit, dass sie sogar den persönlichen Kontakt mit den Vertretern dieser Partei , z. B. den Handschlag, ablehnt. Sie berichtete von ihren Hausbesuchen in Gemeinden mit großer AfD- Wählerschaft. Den Vorschlag eines Teilnehmers, Flyer in den Haushalten zu verteilen, in denen geschildert wird, was passiert, wenn in den Kliniken, den Altersheimen, den Praxen, in den Restaurants und Hotels, auf den Baustellen usw. die ausländischen Mitarbeiter verschwinden, notierte sich Doro. So könnte man vielleicht manches Vorurteil mit wenig Aufwand abbauen.
Zum Schluss wies Doro darauf hin, dass sie wöchentlich eine Sprechstunde in Tübingen abhalte. Sie forderte uns auf, mit Anliegen vorbeizukommen. Hannes, der das Gespräch moderierte und diesen Bericht verfasst hat, bedankte sich bei Doro und den sonstigen Teilnehmern für das offene, mit interessanten Inhalten bestückte Gespräch und wünschte Doro bei ihrer weiteren Arbeit viel Erfolg. Brigitte verabschiedete uns in die Nacht hinaus und gab Doro noch eine Box Apfelsaft mit auf den Heimweg.
Bericht: Hannes Büchner, Fotos: Claudia Thaler

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