Sonntag, 1.2.2026 Naturfreundeheim Neuhalde
Zum ersten Neuhaldengespräch im Jahr 2026 haben wir Gerlinde Strasdeit eingeladen. Sie ist seit ca. 20 Jahren Mitglied der NaturFreunde und zur Zeit Stadträtin der Fraktion DIE LINKE.
Schon während des Sonntagstreffs, der um 14.30 Uhr begann, füllte sich unser Vereinsheim. Ingritt und Wilfried standen hinter dem „Tresen“ und bewirteten. Die von Ingritt und Sibylle gebackenen Kuchen fanden großen Anklang. Rechtzeitig zum Beginn des Neuhaldengesprächs trafen dann Gerlinde und ihr Mann Bernhard, ebenfalls Mitglied der NaturFreunde und Kreisrat der LINKEN, ein. Das Vereinsheim war inzwischen bis zum letzten Platz gefüllt.
Ich moderierte das Gespräch und fragte Gerlinde zunächst, wie und warum sie Mitglied bei den NaturFreunden wurde. Sie verwies auf einen Aufenthalt in der Schweiz, bei dem sie einen NaturFreund aus Weilimdorf, Peter Hanle, kennenlernten und sich von dessen Begeisterung für die NaturFreunde anstecken ließ. Das Selbstverständnis der NaturFreunde passte zu ihrem gewerkschaftlichen und sonstigen politischen Engagement. Sie ist über 40 Jahre Mitglied der ÖTV/ Verdi und war 25 Jahre lang bis 2016 Personalrätin am Uniklinikum. Sie berichtete von ihren Verhandlungen mit dem Leiter des Klinikums, Professor Bamberg, dem sie einen respektvollen Umgang bescheinigte, und von den zahlreichen Demonstrationen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen an den Kliniken. Sie brachte einen Nachttopf mit Deckel mit und führte vor, wie damit die Forderungen der Demonstranten, die Deckelung im Klinikwesen abzuschaffen, lautstark unterstützt wurden. Weshalb es ihr möglich war, ihr vielfältiges Engagement mit ihren Aufgaben als 5-fache Mutter zu vereinbaren, erklärte sie damit, dass sie tatkräftige Unterstützung durch ihre Mutter erfuhr. Die Kinder hätten darunter nicht gelitten, sie seien alle prächtig gediehen, was ihr Mann sofort bestätigte.
Seit 1999 ist Gerlinde Strasdeit auch Stadträtin der Fraktion Die Linke im Tübinger Stadtrat. Obwohl in der Minderheit, sah sie doch viele Möglichkeiten auf die Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Bei den aktuellen Haushaltsberatungen ging es ihr vor allem darum, das soziale Bewusstsein zu schärfen und z. B. zu verhindern, dass sich die Personalsituation bei den Beschäftigten der Stadt unzumutbar verschlechtert. Es kam zu einer lebhaften Diskussion über die Möglichkeiten, Geld zu sparen bzw. sozial verträglich Einnahmen zu generieren.
Auch die unmittelbar bevorstehenden Landtagswahlen waren natürlich Thema. Gerlinde und ihr Mann sind überzeugt, dass DIE LINKE in den Landtag einziehen wird. Es gebe keinen Grund, die Linken nicht zu wählen, selbst wenn sich jemand überlegt, seine Erst – und Zweitstimme strategisch zu verteilen. Wichtig seien vor allem die Zweitstimmen. Beide hoffen auf die Unterstützung der Jungwähler und deren Einsicht, dass es geschichtslos ist, die AFD zu wählen.
Es war insgesamt ein interessanter Nachmittag und ein lebhaftes Gespräch, an dem sich nicht nur Gerlinde Strasdeit und der Moderator beteiligten.
Bericht: Hannes Büchner Fotos: Brigitte Sailer






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