Bericht vom Jahresausflug zum Campus Galli

am Samstag, 27. September

Der Bus war voll, die Laune gut, das Wetter herbstlich – so fuhren wir, NaturFreunde aus Tübingen und Umgebung mit 18 Gästen, d. h. interessierten Nichtmitgliedern über Sigmaringen nach Meßkirch. Dort angekommen versorgten uns Ingritt und Wilfried mit ofenfrischen Brezeln und Brigitte mit an unserem Vereinsheim gewachsenen, köstlichen blauen Trauben. Am Eingang zum Campus Galli erwarteten uns zwei Personen, die uns in zwei Gruppen aufteilten und durch den Campus führten. Dabei erfuhren wir, dass die Idee, einen Campus Galli zu errichten, auf einen Aachener Bürger zurückging, der sich 2005 zum Ziel gesetzt hatte, den nie verwirklichten Klosterplan von St. Gallen, der aus dem 9. Jahrhundert stammt, umzusetzen. Bei Meßkirch fand sich ein geeignetes Grundstück. Seit 2013 ist die Baustelle für Besucher geöffnet. Interessant sind die bereits errichteten Gebäude, die so weit wie möglich aus den damals verfügbaren Baumaterialien und mit den damaligen Methoden errichtet wurden. Die Führung zu diesen Anlagen endete am Marktplatz, wo man sich mit einer Linsensuppe oder verschiedenen Dinneten stärken konnte. Die Rezepte waren nicht zwingend mittelalterlich. Am Lagerfeuer und mit einer Tasse heißem Met konnte man sich auch innerlich und äußerlich aufwärmen. Danach bildeten sich kleine Grüppchen, die auf eigene Faust die auf dem gesamten Campus verstreuten Werkstätten aufsuchten und sich die mittelalterlichen Methoden erklären ließen. Um nur ein paar aufzuzählen, seien genannt: Zimmerei, Weberei, Steinmetz, Korbflechterei, Töpferei, Schmiede … Bei dieser blieben viele stehen, weil der ältere Hilfsschmied spannend erzählte, wie die Nägel und andere Werkzeuge hergestellt werden. Ich sah, wie die Augen eines unserer mitgereisten Kinder (es waren 6 an der Zahl!) leuchteten, als der Schmied etwas ins Feuer streute, den Blasebalg anwarf und sich die Funken wie Sterne verteilten. Es gab noch viel mehr zu sehen und zu erkunden, was sich gar nicht alles beschreiben lässt. Man muss es selbst gesehen haben. Zeit dafür bleibt noch genug, denn das Projekt steckt noch in den Anfängen. Die Gesamtbauzeit wird auf mehrere Jahrzehnte veranschlagt.
Um 16.30 Uhr traten wir die Rückfahrt an – etwas unterkühlt aber zufrieden mit dem Tag, den Ingritt und Wilfried bestens organisiert hatten.

Bericht: Hannes Büchner; Fotos: Brigitte Sailer, Hannes Büchner

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